Angekommen in Delhi und erste Erfahrungen

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Mit reichlich Verspaetung sind wir in Delhi gelandet und sind schwer beeindruckt. Die ersten beiden Tage sind vorueber, und schon jetzt sind wir vollkommen baff.

Unser Flieger in Heathrow hatte ueber eine Stunde Verspaetung und diese wollte er partout nicht aufhollen sodass wir erst zwei Stunden spaeter als erwartet in Delhi angekommen sind. Unser Fahrerschlumpf vom Hotel hat zum Glueck so lange gewartet. Nachdem er einen Liter nachgekippt hat (Standardritus vor jeder Fahrt?), fuhren wir los, und liessen die ersten Eindruecke von Delhi und Indien auf uns treffen.

Ja, es chaotisch, ja es stellenweise dreckig, ja, es stehen Kuehe auf der Strasse, aber ansonsten ist es einfach eine krass andere Welt. Das Hotel liegt in Pahar Ganj, die Main Bazaar Road hat ihren Namen verdient, ueberall Laeden und Strassenhaendler. Das Zimmer ist okay und mehr als ausreichend fuer die wenigen Stunden, die wir da verbringen werden.

Da es schon fast elf war, bevor wir endlich Zeit hatten loszugehen, hatten wir gar nicht mehr soviel Zeit, wie wir urspruenglich geplant hatten (das wird uns hier wohl noch ab und zu so gehen), aber trotzdem haben wir noch viel geschafft.

Als erstes standen Zugtickets auf dem Programm, soll ja ganz einfach sein, einen Zug zu buchen. Wir haben dabei gleich die Dreistigkeit einiger Inder kennengelernt, die uns ueberall, nur nicht zum Ticketoffice schicken wollten. Wir haben uns aber nicht ins Bockshorn jagen lassen, und es gefunden. Nun war das Problem, dass die Zuege, die wir uns extra schon rausgesucht hatten, entweder so nicht fahren, oder schlimmer noch, vollkommen aufgebucht sind … Tage im Voraus. Dadurch kam nicht nur unser Zeitplan durcheinander, sondern auch unsere Budgetplanung. (Zum Glueck sind es umgerechnet nur ein paar Euros, aber trotzdem doof.)

Danach wollten wir endlich die Stadt sehen und es trieb uns zum Connaught Place. Dieser ist recht zentral gelegen und es gibt viele Laeden und Leben. Danach war dann Kultur angesagt, unser erster Tempel (Lakshmi-Narayan-Birla), der sich extrem lange vor uns versteckt hielt. Die Inder sind ja durchaus freundlich, zeigen einem eine Richtung, und man sei gleich da. Aber es hat ewig gedauert … Solang, dass wir zwischendurch eine Simkarte gekauft haben 🙂 Ihr duerft uns also gern eine SMS schicken: +91 98 911 961 57
Der Tempel (bitte Schuhe ausziehen!) ist echt toll, nicht so duester wie unsere Kirchen, sondern farbenfroh und lebendig, freudeausstrahlend.

Danach ging es zum Raj Path, einer Jubelierstrasse. An einem Ende die Praesidentengebaeude, am anderen Ende das Indiagate. Ziemlich tolle, teils protzige Bauten. Bei den Regierungsgebaeuden haben wir den ersten Affenkontakt gehabt, total putzig (wahrscheinlich Rhesusaffen).

Vom India Gate ging es dann in Richtung Nationalstadion (Cricket natuerlich, und dort stand, dass die Commenwealth Games 2010 in Indien stattfinden werden, gut zu wissen ;)) und von dort nach Purana Qila, der sechsten Hauptstadt Indiens. Auf dem Weg dorthin, kamen wir noch an einer tollen Moschee mit Fort vorbei, die ein Einheimischer als unbedeutend bezeichnet hat, Banause. Und Purana Qila, im Mogulstil gebaut, war einfach traumhaft. Ela und ich sind uns einig, dass dieser Teil der indischen Geschichte mit die schoensten Spuren hinterlassen hat (auch das Taj Mahal stammt aus der Mogulzeit :)).

Da wir die Nacht davor durch gemacht hatten, sind wir dann zurueck ins Hotel (mit einer Rikscha, mittlerweile wissen wir, dass es sinnvoll ist, eine zu nehmen, weil die Wege grundsaetzlich laenger sind, als sie auf der Karte ausschauen, und weil wir mittlerweile akzeptable Preise aushandeln koennen). Dann haben wir uns noch ein kleines Restaurant empfehlen lassen, in dem es richtig leckere Dosa gab, vegetarisch, aber total super (sage ich als Karnivore).

Heute sind wir um sieben raus, als erstes stand das Rote Fort auf dem Programm. Auf dem Weg dorthin sind wir den Chandni Chowk, einem Markt, entlang gelaufen. Total krass, viele Haendler, die Kleider, Essen, Blueten und sonst noch handelten. Das Rote Fort selbst ist auch super schick, wieder Mogulzeit, obwohl die Englaender offensichtlich ihre Spuren hinterlassen haben. Danach zur Jama-Masjid, der Freitagsmoschee. Mit denen in Berlin wahrlich nicht zu vergleichen (Heinersdorf ist ein Witz dagegen ;)). Wunderschoener Stil und wir sind sogar auf eines der Minarethe gestiegen.

Anschliessend stand das Nationalmuseum auf dem Programm. Angeblich soll man dort einen halben Tag verbringen, aber wir haben uns etwas ueber eine Stunde Zeit gelassen und sind dann wieder gegangen. Und ausgerechnet in dem Teil ueber die Harappakultur, die uns in Lothal noch begegnen wird, durften wir nicht fotografieren, obwohl wir extra 300 Rupien (5 Euro) fuer die Fotoerlaubnis gezahlt hatten.

Eigentlich wollten wir danach noch in den Zoo, aber der macht um vier schon zu, also haben wir uns noch ein paar Mogulgraeber angeschaut (z.B. von Humayun, echt nett). Zum Schluss noch die Lohdigaerten mit zwei weiteren Graebern und einer Moschee, und dann ging es wieder zum Connaught Place. Dort haben wir wieder lecker gegessen, diesmal Tali, einen Mix verschiedener Gerichte mit Dips, und Uttampar, einer Art Pizza. Das geplant Kino danach viel aus, weil die Film zu einer unmoeglichen Zeit kamen (aber sie sind mit Sha Ruhk Kahn (wird doch so geschrieben, oder *gruebel*)), sodass wir in Richtung Hotel zurueck sind und die Zeit gerade nutzen, um ein bisschen zu bloggen.

Wir sind total begeistert und die negativen Seiten, die man uns so geschildert hat (Buecher als auch Leute) sind zu mindest hier in Delhi uebertrieben. Die Strassenhaendler und Bettler (gibt nur sehr wenige) hauen schnell ab, wenn man gar nicht erst reagiert, und wirklich ekeln mussten wir uns auch noch nicht.

Die naechsten Tage werden wir noch weiter Delhi anschauen, am 17. geht es dann nach Jaipur, in die Pink City.

Namaste, Chris!

So, nun noch ein paar Impressionen 🙂

Toller Hindutempel (Lakshmi-Narayak)
Toller Hindutempel (Lakshmi-Narayak)
India Gate
India Gate
Herr Eisbaer und Mister Ganesh vor einem unbedeutenden Tempel
Herr Eisbaer und Mister Ganesh vor einem unbedeutenden Tempel
Purana Qila
Purana Qila
Ela mit Mysore Masala Dosa
Ela mit Mysore Masala Dosa
Ich mit Masala Dosa
Ich mit Masala Dosa
Ich mit Masala Dosa
Kuehe 🙂
Jama Masjid
Jama Masjid

CC BY-NC-SA 4.0 Angekommen in Delhi und erste Erfahrungen von Christian Gierds ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

5 Gedanken zu „Angekommen in Delhi und erste Erfahrungen“

  1. Hallo,

    schön Euch zu sehen. Ja, andere Kulturen muss man so nehmen wie sie sind. Aber wenn Ihr das Handeln im Griff habt, geht es auch vorwärts. Ich denke es werden unvergessliche Eindrücke für Euch werden.

    Die Bilder habe ich alle gesichert.

    Weiter alles Gute!

    Ich-AG und B-Treff

  2. Hallo Chris,
    ich könnte hier an dieser Stelle das gleiche, wie in Elas blog schreiben aber eigentlich gehört der Eintrag von Dir ja zum Paralleleintrag Delhi 1 bei Ela und da kann ich besser hier mal hinterlassen, wozu ich dort nicht gekommen bin zu schreiben (toller Satz, was?)

    Also alles auf Anfang, stell Dir vor, Ihr seid gerade erst angekommen 🙂

    erstmal: Schön, dass Ihr Euch so regelmäßig meldet und ganz besonders hab ich mich über die sms gefreut, ich bekam sie mitten im Backen in Zossen….naja also irgendwie einen Tag später, aber da mussten wir zumindest das Gebäck ja hin und hertransportieren. In dem Zusammenhang muss ich mal angeben: 1140!
    Und für Ela haben wir ein paar Scherben gebaut, die fairerweise durch vier geteilt wurden, aber sie sind immerhin von der gleiche Sorte und lassen sich zu einigen … öhm…Knickrandschalen zusammenbauen.

    Bei Eurer Reise hab ich ja schon bereits innerhalb von Delhi die Orientierung verloren. Wann zur Hölle steht Ihr auf, dass Ihr das alles an einem Tag schafft, was Ihr so reingeschrieben habt? Das nächste Mal bestehe ich bei größeren Städten auf hochaufgelöste google-Karten…okok die kann ich mir auch selberklicken 😉 Ich hoffe jedenfalls, dass Euch die Kräfte nicht zur Neige gehen und Ihr Euch weiterhin in angenehmster Art und Weise von allen Eindrücken erschlagen laßt. Ach…und wenn Ihr es schafft, dann schaut euch doch mal ein Cricket-Spiel an, auch wenn Ihr nichts davon versteht oder es kaum möglich ist, was zu verstehen…wahrscheinlich reichen auch 10 min (die spielen das ja auch im Park). Warum ich frage? Weil es so unverständlich es ist, nicht unästhetisch ist und immerhin spielt man das ja in allen Ländern des Commomwealth…da kann man boh…so nebenher ein bischen englische Pickiertheit mitnehmen..mitten in Indien. Außerdem würde es mich ganz eoistisch interessieren, ob Ihr das so langweilig fändet, wie ich in Amiland Baseball *gähn*.

  3. Na ihr Beiden,
    ganz liebe Grüße aus Berlin (kalt u. naß).
    War am Mi bei Oma und Opa, haben sich ganz doll über das Geschenk gefreut.
    Liebe Grüße auch von Ihnen.
    Bis demnächst und viel Spaß noch.

  4. Hallöschen,
    heute wollte ich mal über Deinen Blog mit euch kommunizieren.
    Ihr habt schon wunderschöne Fotos gemacht. Hat man einen kleinen Eindruck was Ihr so erlebt.
    In Berlin schlagen wir uns bei schlechtem Wetter um die letzten Weihnachtsgeschenke. Ansonsten ist nix los. Schauspieler „Derick“ ist tot…hm…Alkoholsteuer soll teurer werden. Naja, das Übliche halt.

    Eigentlich wollte ich das bei Ela schreiben, aber das hat leider nicht hingehauen.

    Schöne Weihnachten, falls wir uns vorher nicht mehr schreiben.
    Hilde + Hagi

  5. Hallo Ihr Vier,

    waren heute in der Wohnung, da sich die Telefontechniker angemeldet hatten. Der Anschluss war nur kurze zeit nicht erreichbar. Kurz vor 12:00 Uhr war alles wieder roger. Nur ein Techniker war nicht zu sehen. Was soll es, ist eben doch die „Dienstleistungswüste Deutschland“. Sonst gibt es hier nicht viel Neues. Wir haben seit heute Urlaub und warten auf die Feiertage. In diesem Jahr können wir das ja wörtlich nehmen.

    Was machen die Affen und die anderen Tiere? Lassen Sie Euch in Ruhe? Ihr wisst ja, man soll seinem Affen Zucker geben! Oder verwechsele ich da was? Nun gut, wir haben gerade gelesen, dass die Affen auch zum Diebstahl von Taschen der Touries abgerichtet werden.

    Heute hörten wir, dass die Hotels in Bombay die von den Anschlägen betroffen waren, wieder eröffnet wurden. Nur die Sicherheitskontrollen sollen wohl extrem sein um in diese Hotels zu kommen. Wie sieht es mit Euren Unterkünften und deren Bedingungen aus? Habt Ihr Euch schon an das Essen angepasst oder habt Ihr da Probleme?

    Klappt denn alles mit den Transportmitteln(Flug, Bus, Bahn,…) so wie Ihr es Euch vorgestellt habt?

    Wir wünschen Euch weiter eine schöne Reise, viele interessante Eindrücke und dass Ihr gesund bleibt.

    Viele liebe Grüsse

    Ich-AG und B-Treff

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